• Michaela Kühn

Remote Seminare vorbereiten

Reflexion 3: Seminare brauchen eine gute Vorbereitung. Das, was so einfach aussieht, weil es mit Leichtigkeit abläuft, wurde vorher in meinem Kopf, manchmal wochenlang, in den verschiedensten Varianten durchgespielt. In meinem Kopf läuft dann ein Film ab, den ich immer wieder stoppe, umschreibe, neu starte, bis er von alleine läuft. Manchmal werde ich davon wach. Ich höre mir selber zu, sehe mich präsentieren und weiß, ich habe alles richtig gemacht. Das Thema ist reif für den nächsten Schritt. Der nächste Schritt heißt dann MS Teams oder Zoom starten, Teilnehmer begrüßen und loslegen.


Wie geht das jetzt mit der Vorbereitung? Kennen Sie das? Sie wissen nicht so genau, was sie wollen und schlendern durch die Stadt, oder stehen vor Ihrem Bücherregal oder stehen vor dem Kühlschrank. So ähnlich ist mein nächster Schritt.:

  • Ich stöbere durch meine Fotoprotokolle der letzten thematisch gleichen Veranstaltungen

  • Die besten Visualisierungen aus meinen Vorort Seminaren übertrage ich in digitale Zeichnungen

  • Ich verwerfe dann sehr schnell die ersten Ideen und fange noch einmal an

  • Sammle die wichtigsten Inhalte und priorisiere diese

  • Mache mir Gedanken über meine Übungen

  • Stelle die Abfolge zusammen; was bedeutet, dass ich verschiedene Abläufe durchdenke und mir vorzustellen versuche, wie das ein oder andere wirken könnte

  • Zwischendrin mache ich mir permanent Gedanken, ob die "Melodie" der Präsentation stimmt, der Rhythmus spannend genug ist

Wenn ich dann das Feintuning mache, habe ich eine extreme Menge als Stoff vorliegen. Also all das, was möglich ist. Das ist in der Regel zu viel. Nun versuche ich zu priorisieren mit der Frage: Was ist notwendig. Welche fünf Punkte müssen unbedingt vermittelt werden. Jetzt beginnt die Zeit des Ausprobierens und Verwerfens. Eine Remoteveranstaltung braucht eine gute Dramaturgie. Die Präsentation sollte ruhig und strukturiert ablaufen. An folgendes muss ich dabei denken:

  • Der rote Faden muss erkennbar sein.

  • Wie bei einem Theaterstück brauchen wir erkennbare Akte.

  • Anders als in Vorortseminaren "sehe" und "fühle" ich nicht, dass ein Teilnehmer meine Ausführungen nicht versteht

  • Wiederholungen müssen eingebaut werden, damit der rote Faden, wie eine Fuge in der Musik, immer wieder aufleuchtet

  • Komplexe Zusammenhänge, wie z. B. das Vision & Scope Dokument, kann ich nicht einfach, zack, zeigen.

Das Feedback meiner Teilnehmer sieht oft so aus:

  • Dein roter Faden war gut erkennbar

  • Ich konnte richtig gut folgen

  • Dachte, das wird öde, doch es war spannend

  • Die Übungen waren klasse

Besonders freut es mich, wenn Kollegen aus dem Kundenkreis, die als Consultant oder in einer anderen Rolle deren Kunden schulen, dieses Feedback geben:

  • Mein Learning war, dass ich viel mehr Übungen einbauen muss

  • Deine Präsentation war sehr klar

  • Die Dramaturgie war gut

Egal, wie viel Aufwand ich in die Präsentation stecke, am Ende sind es immer die Übungen, die gut ankommen. Mir scheint es oft so, dass die Teilnehmer darauf hin fiebern. Aus diesem Grund besteht meine Nachbereitung aus dem Optimieren meiner Übungen. Ich baue ordentliche Power Point Dateien.

Eine Kollegin meinte, ich würde mir zu viel Arbeit machen. Es gäbe von Miro, ConceptBoard oder Mural. Da wäre doch schon alles da. Daraufhin fragte ich meine Teilnehmer, ob bei Ihnen z. B. Miro im Einsatz sei. Die meisten antworten, dass dies in ihrer Firma nicht erlaubt sei. Da war ich dann froh, dass ich mir so eine Mühe gegeben habe.


Was ist der Vorteil eines gut vorbereiteten Arbeitsbuch in Powerpoint?

  • Ich nehme an, dass alle Teilnehmer Powerpoint bedienen können.

  • Niemand kann sich mit der Aussage "meine Handschrift kann niemand lesen" rausreden.

  • Die Eingabehilfen strukturieren die Ergebnisse der Arbeitsgruppen.

  • Das Präsentieren im Plenum, vor allen, macht Spaß.

  • Die Ergebnisse sind nachhaltig.

Ich möchte an dieser Stelle keinen Vergleich machen. Analoge Werkzeuge funktionieren in einem anderen Kontext. Remote Werkezeuge brauchen eine gute Struktur, damit die Übungen zielgerecht funktionieren können. Das, was in einem Vorort Seminar so einfach funktioniert, funktioniert auch remote, muss nur sehr gut vorbereitet werden.


Mein Fazit: Vorbereitung ist die beste Investition.


In diesem Sinne, bleiben Sie gesund

Ihre Michaela Kühn


Reflexion 1: Gruppenarbeiten vs. Breakout Rooms

Reflexion 2: Take aways in Vorort vs.-remote -Veranstaltungen

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